Digitaler Nachlass ist ein Thema das, gemessen an seiner Wichtigkeit, unterdurchschnittlich stark repräsentiert ist. Und je mehr Zeit wir in der digitalen Welt verbringen, desto wichtiger wird das Thema potentiell.

Digitaler Nachlass ist ein Thema das, gemessen an seiner Wichtigkeit, unterdurchschnittlich stark repräsentiert ist. Und je mehr Zeit wir in der digitalen Welt verbringen, desto wichtiger wird das Thema potentiell.

Haben Sie schon einmal den Begriff „Digitaler Nachlass“ gehört? Die Chancen, dass dem so ist sind nicht ganz so hoch, denn Berichte wie dieser im Jahr 2015 im Spiegel veröffentlichte Artikel zeigen, wie unbedarft die meisten Menschen noch immer mit diesem Thema umgehen.

Als „geradezu nachlässig und naiv“ bezeichnet ein Experte für Datenschutz in einem Interview mit uns das Verhalten der meisten Bundesbürger in Bezug auf ihren digitalen Nachlass. Die wenigsten hätten sich jemals überhaupt mit dem Thema beschäftigt. Andere hingegen seien einfach der Meinung, dass in dieser Hinsicht kein Handlungsbedarf bestehe.

Warum der digitale Nachlass noch immer ein stark unterschätztes Thema ist

Es gibt bis jetzt keine Studie oder irgendwelche anderen erwähnenswerten Versuch von irgendjemanden, um herauszufinden, warum die meisten Bundesbürger ihr digitales Erbe noch immer so sehr unterschätzen.

Man darf nicht vergessen – ein beträchtlicher Teil unseres Lebens findet inzwischen im Internet statt. Durchschnittlich verbringen wir inzwischen täglich 1,7 Stunden pro Tag im Internet. Bei Nutzern unter 36 Jahren sind es 2,2 Stunden am Tag. Bei Nutzern unter 25 Jahren liegt die tägliche Stundenzahl im Durschnitt sogar bei 2,7. Diese genauen Zahlen haben wir einer Studie britischer Marktforscher aus dem Jahr 2015 entnommen.

Dass dabei eine Menge an Daten produziert werden, das sollte jedem klar sein. Auch, dass die meisten dieser Daten nach dem Tod eines Individuums keine weitere Relevanz mehr haben, ist unstrittig. Doch was ist mit Zugängen für Online-Banking Accounts? Was ist mit wertvollen Erinnerungsfotos, die seit 10 Jahren nur noch in digitaler Form gespeichert werden? Was ist mit anderen Dingen, die von Wer sind, von denen die Angehörigen noch nicht einmal die leiseste Ahnung haben.

Es ist verständlich, dass sich gerade junge Leute nicht wirklich mit ihrem digitalen Erbe befassen, auch wenn dies Sinn ergeben würde. Wer aber alt genug ist, um sich allgemein mit seinem Testament zu befassen, für den ist es eine sträfliche Leichtsinnigkeit, den digitalen Nachlass nicht in seine Planungen miteinzubeziehen.

Das Thema birgt eine große Komplexität und wird auch deshalb ausgeblendet

Der Verantwortliche für digitalen Nachlass bei GBG, einem großen Bestatter aus Nürnberg in Bayern ist sich sicher: „Das Thema digitaler Nachlass wird auch deshalb von vielen Leuten ausgeblendet, weil es durchaus komplex ist. Und wer befasst sich schon gerne mit komplexen Dingen, die das Leben erstmal komplizierter machen? Und wenn diese Dinge dann auch noch mit einem gesellschaftlichen Tabu-Thema wie dem Tod zu tun haben, ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich kaum jemand damit (Anm. d. Redaktion: dem Tod) befasst.

Dies würde zumindest eine plausible Erklärung bieten, weshalb das Thema in Verhältnismäßigkeit zu seiner Wichtigkeit noch immer wenig allgemeine Aufmerksamkeit genießt.

Was wir ansonsten auch noch feststellen können, ist eine erstaunlich geringe mediale Präsenz des Themas. Man darf davon ausgehen, dass sich ein größeres Interesse der Medien auch positiv auf das Interesse der Bevölkerung an dem Thema auswirken würde.

Digitaler Nachlass auch in Sachen Datensicherheit relevant

Da Sie dieses Magazin lesen stehen die Chancen gut, dass Ihnen Sicherheit, und dazu gehört auch die Sicherheit Ihrer Daten, am Herzen liegt.

Führen Sie sich also vor Augen, wie wichtig digitaler Nachlass auch in puncto Datensicherheit ist. Möchten Sie wirklich die Kontrolle abgeben, was mit Ihren Daten nach Ihrem Tod passiert? Möchten Sie nicht die Möglichkeit haben zu bestimmen, welche Daten an wen weitergegeben werden sollen und welche Daten vernichtet werden sollen?

Eigentlich muss die Antwort hierauf „ja“ lauten!

Nehmen Sie sich also die Zeit und beschäftigen Sie sich mit Ihrem digitalen Erbe. Je früher, desto besser. Denn je mehr Zeit Sie letztlich in der digitalen Welt verbringen, desto mehr Daten entstehen, und die Situation wird noch unübersichtlicher als sie es bereits jetzt schon ist.

Möglichst zeitnahes Handeln ist also angesagt.

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